EVA BERENDES
Guards
May 18 – July 28, 2018
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In ihrer vierten Einzelausstellung bei Jacky Strenz zeigt Eva Berendes eine Reihe neuer Skulpturen, die sich mit kommerzieller Infrastruktur in Form von Warensicherungstoren beschäftigen. Diese Tore befinden sich normalerweise im Eingangsbereich von Supermärkten und Warenhäuser, manchmal auch direkt am Kassenband. Sie kontrollieren, dass Waren bezahlt und entsichert werden, bevor sie den Laden verlassen und ersetzen in ihrer Funktion die Person des Türstehers. Um das Einkaufserlebnis des Kunden nicht zu stören, sind die Tore im Allgemeinen so gestaltet, dass sie wenig eigene visuelle Präsenz zeigen. Berendes interessiert sich in ihrer neuen Serie für das skulptural-malerische Potenzial dieser Objekte, deren Ästhetik stilistische Elemente aus der jeweiligen Warenwelt mit pragmatischen Aspekten verbindet. So gibt es beispielsweise dekorative Blenden, die auch gegen Zusammenstöße mit Einkaufswagen schützen sollen.
Die neue Serie baut auf Berendes’ langjähriger Beschäftigung mit Erscheinungsformen des Bildhaften im weitesten Sinne auf. Ihre Arbeiten sind meist als Screens konzipiert, im Sinne flächig-durchlässiger Strukturen im Raum. Diese ist geprägt von der Reflektion rein abstrakter Form im Grenzbereich zu Dekor, Display, Möbeldesign und urbaner Infrastruktur. In der Annährung an funktionale Objekte suchen sie Offenheit und Ambivalenz in der Begegnung des Malerischen mit dem Betrachtenden.
In her fourth solo exhibition at Jacky Strenz Eva Berendes presents a series of new sculptures dealing with commercial infrastructure of article surveillance systems. These systems are installed as gates at the entrance areas of supermarkets and department stores, sometimes placed directly at the check-out. Controlling that goods have been paid for and released from security tags before they leave the store they replace the function of a doorman. In order not to disturb the customer’s shopping experience they are in general designed to be of low visual presence.
In her new series Berendes is interested in the sculptural-painterly potential of these objects whose aesthetic combines stylistic aspects of the respective consumer world with pragmatic elements, like, for example decorative panels that are supposed to protect the structures against confrontations with the shopping carts.
The new series builds on Berendes’ longstanding interest in manifestations of the pictorial in the broadest sense. Berendes’ works are mostly designed as flat and permeable screen-like structures in the space. These are characterized by the reflection of purely abstract form approximating decoration, display, furniture design and urban infrastructure. By alluding to functional objects Berendes’ works seek for openness and ambiguity in the encounter of the painterly with the viewer.